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Dienstag, 2. August 2016

Google AdWords: Expanded Text Ads ab sofort für alle verfügbar

Die neuen Erweiterten Textanzeigen (Expanded Text Ads, ETA) sind ab sofort für alle AdWords Werbetreibende verfügbar. Google hat das neue Anzeigenformat am vergangenen Dienstag offiziell freigeschaltet. Wir fassen zusammen, was die neuen AdWords Anzeigen bringen und worauf Sie beim Erstellen der neuen Anzeigen achten sollten.
Expanded Text Ads (ETA) in Google AdWords (Bild: Google)

Was sind erweiterte Text-Anzeigen?

Google hat die Erweiterten Text-Anzeigen, auch Expanded Text Ads, kurz: ETAs genannt, auf dem Performance Summit 2016 angekündigt. Sie sollen das bisherige Anzeigenformat, das seit 15 Jahren im Einsatz war, ablösen. Sie bieten mehr Platz für den Text in der Überschrift und der Beschreibung und sind damit knapp 50% großer, als die bisherigen Anzeigen.

Im Detail gibt es folgende Änderungen:
  • Die Überschrift besteht im neuen Format aus zwei Zeilen mit jeweils bis zu 30 Zeichen. Diese werden auf den Suchergebnisseiten zu einer Zeile, getrennt durch einen Strich, zusammengefasst. Bisher war nur eine Überschrift-Zeile mit 25 Zeichen möglich.
  • Die zwei Textzeilen mit je bis zu 35 Zeichen im alten Format werden zu einer Beschreibung mit bis zu 80 Zeichen zusammengefasst.
  • Die Domain der Finalen URL wird automatisch ein Teil der Anzeige-URL. Davon profitieren vor allem Websites mit längeren Domain-Namen, die bisher wegen der Zeichenbeschränkung kaum Anpassungsmöglichkeiten bei der Anzeige-URL hatten.
  • Zusätzlich können für die Anzeige-URL bis zu zwei Pfad-Bestandteile mit jeweils maximal 15 Zeichen angegeben werden. Hier lassen sich also weiterhin Keywords unterbringen.
  • Die bisherige Option, ob die Anzeige bevorzugt auf mobilen Geräten geschaltet werden soll, entfällt - Google schaltet die neuen Anzeigen auf allen Geräten und gleicht damit die Anzeigendarstellung auf Desktop und Mobile ab.
Erweiterte Text-Anzeigen im Web-Interface

Insgesamt bietet das neue Anzeigenformat also mit 140 Zeichen deutlich mehr Platz, als die bisherige Standard-Textanzeige mit maximal 95 Zeichen. Die zusätzlichen Zeichen in den ETAs können also besser für eine Beschreibung der Angebote, die Call-to-Action und das Unterbringen von relevanten Keywords im Anzeigentext genutzt werden, die ja auch für den Qualitätsfaktor wichtig sind.

Wie erstelle ich eine neue Erweiterte Textanzeige?

Nach einer Beta-Phase sind die erweiterten Anzeigen jetzt für alle AdWords Nutzer verfügbar. Wer eine neue Textanzeige in AdWords erstellen möchte, bekommt direkt das neue Format zu sehen. Wie gewohnt können die Bestandteile der neuen Textanzeige in die Maske eingegeben werden. Eine Vorschau zeigt, wie die neue erweiterte Anzeige dann als mobile Anzeige auf einem Smartphone und als Anzeige auf einem Desktop-Computer aussehen wird.


Noch ist das Erstellen von Textanzeigen im alten Format ebenfalls möglich. Nutzer können in der AdWords Oberfläche über einen Link zum alten Format wechseln. Zu beachten ist dabei: Offiziell sollen AdWords Nutzer ab dem 26. Oktober 2016 keine Standard-Textanzeigen mehr erstellen können. Dies hat Google zum offiziellen Start der ETAs angekündigt. Danach sollen die Standard-Anzeigen weiter parallel zu den Expanded Text Ads ausgeliefert werden. Google empfiehlt jedoch, jetzt schon ETA Anzeigen in alle Anzeigengruppen einzufügen. Damit sollen die Kampagnen schon vor der Umstellung eine gute Historie aufbauen.

AdWords Editor und erweiterte Text-Anzeigen

Passend zum offiziellen Start der erweiterten Text-Anzeigen hat Google auch eine neue Version vom AdWords Editor veröffentlicht. Ab der Version 11.5 können die Nutzer auch ETAs offline erstellen und bearbeiten. Neben einer vollständigen Unterstützung für Expanded Text Ads hat das Tool auch weitere Neuerung parat, zum Beispiel die Bearbeitung von „Sturctured Snippets“ und verbesserte Such- und Filter-Funktionen. (weitere Details zum AdWords Editor 11.5)

Erweiterte Text-Anzeigen im AdWords Editor

Externe Tools und AdWords Scripts

Wer auf externe Tools für die Verwaltung von AdWords Anzeigen setzt, soll darauf achten, dass diese das neue Format unterstützen. Bei den größeren Anbietern soll dies kein Problem darstellen. Wer eigene Tools einsetzt, die die AdWords API nutzen, oder mit AdWords Script arbeitet, wird den Code anpassen müssen. Die aktuelle AdWords API nutzt für die Expanded Test Ads andere Klassen und Funktionen als für die bisherigen Standard-Anzeigen.

Was muss ich beim Erstellen von Erweiterten Textanzeigen beachten?

Grundsätzlich gelten für die neuen Erweiterten Textanzeigen die gleichen Regeln wie auch für die Standard-Anzeigen. Google verweist auf die eigene Seite mit den Best Practices für die Erstellung von Anzeigen. Inhaltlich hat sich hier nichts Wesentliches geändert. Dennoch gibt es einige Punkte, welche die Werbetreibenden beachten sollen.

  1. Da das neue Anzeigenformat viel mehr Platz für Produktbeschreibungen, Vorteile, Call-to-Actions etc. bieten, sollten die neuen Anzeigen am besten neu geschrieben werden. Einfach nur eine zweite Überschriftzeile einzufügen wird in den meisten Fällen kaum in die gesamte Botschaft passen. Auch das Zusammenfassen der beiden Text-Zeilen zu einer ist nicht immer optimal. Denn durch mehr Platz lässt sich die Produktbeschreibung und die Call-to-Action oft besser formulieren.
  2. Die beiden neuen Headlines werden bei den erweiterten Text-Anzeigen noch wichtiger. Sie nehmen jetzt viel mehr Platz auf den Suchergebnisseiten ein und spielen nun eine noch wichtigere Rolle bei der Entscheidung, ob der Nutzer auf die Anzeige klickt oder nicht. Beim Texten sollte man also genau darauf achten, welche Produkt-Eigenschaften oder Botschaften in der Überschrift genannt werden.
  3. Die Google-Richtlinien für Anzeigen-Texte sind mit der Einführung von Extended Text Ads sind unverändert geblieben. Das heißt, dass zum Beispiel Ausrufezeichen in den Überschriftzeilen weiterhin verboten sind. Auch andere redaktionelle Richtlinien gelten unverändert.
  4. Die erste Headline bleibt etwas wichtiger, auch wenn die beiden Überschriftzeilen nun direkt hintereinander eingeblendet werden. Denn je nach Endgerät des Nutzers können die beiden Headlines entweder ein einer Zeile erscheinen oder die zweite Überschrift wird auf die zweite Zeile umgebrochen.
  5. Es kann auch passieren, dass Google einen Teil der zweiten Überschriftzeile abschneidet! Dann passt die gesamte Überschrift weiterhin in nur eine Zeile. Leider ist es nicht eindeutig definiert, wann dies passieren kann. Noch kurz vor dem offiziellen Start der Expanded Text Ads hat Google empfohlen, in den beiden Überschriftzeilen zusammen nicht mehr als 33 Zeichen zu nutzen. Ginny Marvin hat dies ausführlich im Search Engine Land Blog beschrieben. Auch hat die Vorschau in Google AdWords das Abschneiden der zweiten Headline beim Bearbeiten von ETAs angezeigt. In den letzten Tagen nach dem offiziellen Start des neuen Anzeigenformates haben wir eine solche Anzeige allerdings nicht mehr gesehen. Vorsichtshalber gilt: Anzeigen im Vorschau-Tool prüfen und ggf. die Texte anpassen, damit die angezeigte Botschaft für den Nutzer immer noch relevant erscheint.
  6. Die neuen Pfad-Felder der Anzeige-URL können weiterhin so verwendet werden, wie die Anzeige-URL bisher: Hier lassen sich gut wichtige Keywords unterbringen, die vielleicht auch die Produktkategorien im beworbenen Shop wiederspiegeln. Hier ein Beispiel:
Darstellung der Pfade in Erweiterten Text-Anzeigen (ETA)

Wie ist die Performance von Erweiterten Textanzeigen?

Bei dieser Frage schieden sich die Geister. Bei der offiziellen Vorstellung des neun Anzeigenformates sprach Google von einer Steigerung der Klickrate um bis zu 20%. In den letzten Tagen haben mehrere Agenturen verschiedene Statistiken zu den ETAs veröffentlicht. Diese basieren auf den von den jeweiligen Agenturen betreuten AdWords Accounts und sollen die Unterschiede bei der Leistung der Anzeigen im neuen Format mit den bisherigen Standardanzeigen vergleichen.

Die Ergebnisse sind unterschiedlich. Einige Agenturen berichten von Steigerungen der Klickrate (CTR) um 4 bis 16 Prozent bei Non-Brand-Anfragen und gleichzeitigem Rückgang der CTR um bis zu 4 Prozent bei Brand-Anzeigen, etwa in der Untersuchung von Merkle. Auch PPC Hero hat die ETAs getestet und Zahlen insbesondere mit Blick auf verschiedene Endgeräte veröffentlicht. Hier überzeugt die Performance der erweiterten Textanzeigen noch nicht. Auch bei Martin Röttgerding finden sich viele interessante Zahlen zu der Performance des neuen Anzeigenformates. Er kommt zum Schluss, dass die ETAs zumindest zum Teil und den Daten nach schlechter als die alten Anzeigen sind.

Auch bei unseren Kampagnen, bei den bereits seit einiger Zeit die neun erweiterten Anzeigen aktiv sind, haben wir Unterschiede in der Performance festgestellt. So laufen einige der neuen Anzeigen deutlich besser, als die bisherigen Standardanzeigen. Einige der ETAs sind allerdings viel schlechter als die bisherigen Anzeigen.

Es kann mehrere Gründe für die Performance-Unterschiede geben. Hier sind einige davon:
  1. Einige der Agenturen haben bereits seit April am Beta-Test für die ETAs teilgenommen und werten auch diese Zahlen aus. Das Problem dabei: Wenn die neuen längeren Anzeigen noch unbekannt sind und bereits optisch sich von den anderen Anzeigen im Standard-Format abheben, werden sie wahrscheinlicher eine höhere CTR haben. Dies sagt jedoch wenig darüber aus, ob die gleichen Anzeigen langfristig mit anderen ETAs immer noch die gleichen Werte zeigen werden.
     
  2. Die Anzeigenrotation, also wie oft Google die neuen erweiterten Textanzeigen im Vergleich zu den Standardanzeigen ausgespielt hat, wirkt sich auf die Auswertung aus. Während der Beta-Phase war der Anteil von ETAs relativ gering und sollte laut Google bei maximal ca. 20 Prozent liegen. Mittlerweile nehmen die erweiterten Textanzeigen ca. 95% des Traffics ein, wenn sie bei den Suchanfragen angezeigt werden können, so die jüngste Aussage eines Google-Mitarbeiters. Dies beeinflusst die Auswertungen und die Performance natürlich sehr stark.
     
  3. Ein weiterer Faktor, der nicht vernachlässigt werden darf, ist die Anzeigenqualität bzw. die Anzeigentexte selbst. Bei den Standard-Anzeigen haben wir alle uns bereits daran gewöhnt, die kurzen Texte zu schreiben. Und durch permanente Tests haben sich bei den meisten auch die besten Anzeigen bereits etabliert. Beim neuen Format müssen sich einerseits die Texter auf das neue Format gewöhnen und neue ansprechende Text-Varianten für eigene Zielgruppe erst durch Tests neu finden. Denn die Test-und Optimierungs-Ergebnisse bei den Standard-Anzeigen lassen sich nicht 1:1 auf die erweiterten Textanzeigen übertragen.
     
  4. Weiterhin wird die Relevanz der ETA-Texte für die Suchanfragen auch von Google neu bewertet. Eine neue ETA ist für ein bestimmtes Keyword und eine bestimmte Suchanfrage vielleicht weniger oder mehr relevant, als die bisherige Standard-Anzeige. Dies beeinflusst den Qualitätsfaktor und auch die CPC-Gebote und die Positionierung der Anzeigen. Und letztere entscheidet auch mit über die Klicks.

Alles in einem: Die erweiterten Textanzeigen (ETAs) sind ein spannendes neues Kapitel in AdWords. Werbetreibende und Agenturen werden sich etwas umstellen müssen. Wir haben nun die Möglichkeit, ansprechendere und informativere Anzeigentexte zu erstellen. Und wir müssen noch schauen, wie die Nutzer die neuen Anzeigen annehmen werden. Also neu lernen und neue Erfahrungen sammeln. Auf jeden Fall bleibt der Markt dynamisch, was allen Teilnehmern zugutekommt. In diesem Sinne: Viel Erfolg mit den neuen Textanzeigen!

Mittwoch, 20. Juli 2016

Google Keyword Planer Update zeigt zusammengefasstes Suchvolumen


Mit dem AdWords Keyword Planer bietet Google ein Tool, mit dem Nutzer das Potenzial von Keywords abschätzen können. Neben Ideen für Keywords liefert das Tool auch Daten zum Suchvolumen und Wettbewerb. Die Zahlen waren bereits nicht immer sehr genau; nach dem letzten Update des Google Keyword Planer sind die Angaben zu Suchvolumina noch einmal ungenauer geworden.

Google Keyword Planer kurz zusammengefasst

Der Google Keyword Planer ist ein beliebtes Tool, um neue Ideen für Keywords zu sammeln. Das Tool schlägt verwandte Suchbegriffe vor und zeigt auch Daten zum Suchvolumen und Wettbewerb an. Damit ist es seit langer Zeit ein beliebtes Instrument, um nach Keywords für die Website, den Blog-Artikel und natürlich auch für die neue AdWords Kampagne zu suchen.

Der Keyword Planer lässt sich über http://adwords.google.de/keywordplanner aufrufen. Um das Tool zu nutzen, wird allerdings ein Google AdWords Account benötigt. Aktuell scheiden sich die Geister, ob dafür auch aktive Kampagnen benötigt werden, oder ein nicht (mehr) aktives AdWords Konto ausreicht (mehr dazu im SEO-Portal). Wer Werbung bei Google schaltet, hat auf jeden Fall Zugriff auf das Tool – über den Reiter „Tools“ in der obersten Menü-Zeile.

Die Daten im Keyword Planer

Für die selbst eingegebene oder vom Tool vorgeschlagene Keywordliste zeigt der Keyword Planer Statistik-Daten zum Suchvolumen und dem Wettbewerb an (mehr dazu). Dabei wertet Google durchschnittliche Suchanfragen im Zeitraum von 12 Monaten aus und gibt einen durchschnittlichen Wert pro Monat an. Die Werte basieren dabei auf genau passenden Suchanfragen für die im Planer ausgewählte Standorte und Suchnetzwerk.


Bereits diese Angaben zu den Suchvolumina waren nicht sehr genau. Zu einem sind die Daten gerundet. Zu anderem zeigt Google einen monatlichen Durchschnitt für einen Zeitraum von 12 Monaten an. Warum dies ungenau bzw. wenig aussagekräftig ist, erklärt Neil Patel in seinem Blog sehr gut.

Nun hat Google mit einem Update Ende Juni die Zahlen im Keyword Planer noch einmal ungenauer gemacht.

Aggregierte Daten zum Suchvolumen im Keyword Planer

Ab sofort gibt Google für einzelne Keywords keine genauen Werte zum durchschnittlichen Suchvolumen (Average Search Volume) mehr aus. Stattdessen werden die Suchvolumina ähnlicher Keyword-Varianten aggregiert. Das bedeutet, dass Google nahe Varianten wie Singular- und Pluralformen, Schreibfehler sowie Wörter mit oder ohne Leerzeichen zusammenfasst. Hier einige Beispiele:

Suchvolumen Trend für "SEO"-Begriffe (Screenshot: Keyword Planer)

Bei den Suchbegriffen wie „seo“, „search engine optimization“ und „search engine optimisation“ handelt es sich um das gleiche Thema. Google erkennt dies und fasst sowohl unterschiedliche Keywords als auch unterschiedliche Schreibweisen (American English und Britisch English) zusammen.
Suchvolumen Trend für "Steuerberater"-Begriffe (Screenshot: Keyword Planer)

Auch die verschiedenen Schreibweisen bei der Suche nach einem „Steuerberater“ oder auch „Steuerberatung“ und Austauschen von Umlauten (hier: „ü“ vs. „u“) fasst Google bei der Schätzung des Suchvolumens und der Gebote für die Werbung via AdWords zusammen.

Auswirkung auf Keyword-Analyse

Die neue Darstellung des Suchvolumens macht die Einschätzung von Keywords deutlich schwieriger. Denn je nach Keyword wird nun zum Teil ein deutlich höheres Suchvolumen angezeigt, als es tatsächlich der Fall ist. Insbesondere „Shorthead“ Keywords seien davon betroffen, wie die Auswertung von Performics zeigt.

Die Änderung hat auf jeden Fall einen Einfluss auf die Keyword-Recherche für die organische Suche. Aus SEO Sicht wird es nun schwieriger werden das Potenzial der einzelnen Keywords einzuschätzen. Hier werden die Nutzer wohl über neue Methoden für die Keyword-Analyse nachdenken müssen. Außerdem stehen ja auch noch weitere Tools zur Verfügung, die Suchvolumina zeigen. Allerdings werden auch Tools, die auf den APIs von Google aufsetzen, von den Änderungen betroffen sein.

Gleichzeitig muss bedacht werden, dass Google in letzter Zeit immer mehr von den einzelnen Keywords und Suchanfragen weg hin zur Intention der Nutzer geht. Und hier liegt die Vermutung nahe, dass ähnliche Suchbegriffe das gleiche Ziel haben. Aus dieser Sicht gibt es wohl weniger Unterschiede zwischen den nahen Keyword-Varianten.

Suchvolumen für nahe Varianten und AdWords

Aus Sicht der AdWords Kampagnen scheint die Neuerung konsequent zu sein. Google schaltet die Anzeigen bereits seit längerer Zeit auch bei Suchanfragen, in denen Begriffe verwendet werden, die dem gebuchten Keyword sehr ähnlich sind. Hierzu gehören etwa Varianten fehlerhafter Schreibweise, Singular- und Pluralformen, Akronyme, Wortstämme (z. B. italien und italienisch), Abkürzungen und Akzente (vgl. Google AdWords Hilfe). Diese so genannten „nahe Varianten“ sind bereits seit fast genau zwei Jahren Pflicht (vgl. Google-Ankündigung aus 2014) und lassen sich nicht mehr über die Kampagnen-Einstellungen auszuschließen.

Da der Keyword Planer in erster Linie immer noch ein Tool ist, um Werbetreibenden in Google AdWords die Kampagnenerstellung zu erleichtern, insbesondere die Keyword Recherche und Einstellung der Gebote für die Anzeigengruppen, scheint es konsequent zu sein, dass hier die Daten des Planers zum Suchvolumen von Keywords angezeigt werden, die auch in der Kampagne zu erwarten sind.

Allerdings müssen Kampagnen-Manager auch folgendes beachten: Der Keyword Planer zeigt nun ein höheres Suchvolumen und auch einen höheren Vorschlag für das Gebot an. Folgt man dem Google-Vorschlag, setzt der Werbetreibende seinen CPC bei zwei Keyword-Varianten auf den höheren Wert. Insgesamt kann dies zu höheren Ausgaben führen.

Daher sollte man die CPC-Gebote, die aufgrund der Empfehlungen im Keyword-Planer eingerichtet wurden, während der Kampagnen-Laufzeit genauer beobachtet und angepasst werden. Wer also eine neue AdWords Kampagne starten möchte und noch keine historischen Daten hat (dann braucht man den Keyword Planer ja kaum), sollte die verschiedenen Keyword-Varianten testen und diese dann anhand der Performance-Werten optimieren.

Montag, 4. Juli 2016

Google Partner: Neues Logo mit Spezialisierungen - Unternehmensleistung wird wichtiger

Google hat das Google Partner Badge überarbeitet und gleichzeitig neue Bewertung für die AdWords™ Partner Agenturen eingeführt. Agentur-Kunden sollen damit einfacher die Spezialisierung der Agentur erkennen und die bessere Agentur für eigene Bedürfnisse aussuchen können, so die Idee. Denn nun bewertet und zeigt Google getrennt, ob die Agentur sich auf das Suchnetzwerk, Mobile, Display-Netzwerk, Shopping-Kampagnen und Video-Anzeigen spezialisiert. Durch die differenziertere Bewertung der Agenturleistung sollen die Agenturen dazu gebracht werden, eine noch bessere Betreuung für ihre Kunden anzubieten und sich auch mehr um neue AdWords Kunden zu kümmern. Schauen wir also an, was die Neuerungen bringen und worauf die Partner Agenturen künftig achten sollen.

Bild: Google Agency Blog


Neues Google Partner Logo

Google Partner Agenturen erhalten ab sofort ein neues Logo, auch als „Badge“ bekannt. Das hat Google im Agentur-Blog angekündigt. Optisch bleibt alles beim Alten, allerdings werden nun zusätzlich die so genannten Spezialisierungen mit angezeigt (gleich mehr dazu).

Wird das neue Logo in die eigene Website eingebunden, werden die Spezialisierungen angezeigt, wenn die Besucher mit der Maus über das rechte obere Ecke des Logos fahren. Den passenden Code können sich die Agenturen im Google Partner Bereich unter „Partnerstatus“ – „Logo abrufen“ holen.
Alternativ wird auch weiterhin ein statisches Logo angeboten, bei dem unter dem bisherigen Logo noch die Icons der einzelnen Spezialisierungen angezeigt werden. Diese Variante ist sowohl für Websites als auch für Druckwerbung gedacht.

Der Code für die dynamische Ansicht ähnelt dem Badge zum Beispiel für Google+ und basiert auf einem Javascript. Da diese Variante, ähnlich dem G+ Badge und Facebook-Profilbanner, aus Datenschutzsicht fraglich sein kann, wäre die statische Einbau in die Website empfehlenswert.

Neben dem bisherigen Google Partner Logo wird auch der neue „Premier Google Partner Badge“ eingeführt:

“The new badge is designed to recognize Partners who manage a substantial portfolio of Google advertising campaigns and deliver great results for their customers. Premier Partners will be required to maintain additional certification requirements and will receive increased support from Google.”

Für den Premier Status muss eine Agentur mindestens zwei zertifizierte Mitarbeiter haben und höhere Mindestanforderungen für Ausgaben für Ihre verwalteten Konten erfüllen.  Genauer Details zu der Höhe der Ausgaben verrät Google allerdings nicht. Nur so viel: „Das Mindestwerbebudget richtet sich nach dem Land und dem Marktbereich.“

Einzelheiten zum neuen Partner-Logo und Richtlinien zur Verwendung hat Google auf den Hilfe-Seiten zusammengefasst: https://support.google.com/partners/answer/3164957 .

Außerdem hat Google für die Verwendung des Partner Logos und die generelle Ansprache der Kunden eine Broschüre mit Richtlinieren und Empfehlungen erstellt. Das (derzeit nur) auf Englisch verfügbare „Brand Playbook for Agencies“ ist im Partner-Bereich verfügbar: https://goo.gl/DkU80P .

Unternehmensleistung als Partner-Anforderung

Bisher waren in erster Linie Qualifizierung von Mitarbeitern (durch Bestehen von Prüfungen) und Verwalten von bestimmten Budgets in den Kundenkonten die Hauptkriterien für eine Google Partner Agentur. Seit einigen Monaten wurde auch die Einhaltung von so genannten „Best Practices“ für die (interne) Bewertung der Agenturen eingeführt. Jetzt wird die Unternehmensleistung die Anstelle der Best Practices eines der Kriterien, nach denen der Partner-Status vergeben wird. Google schreibt dazu:
„Wenn wir die Unternehmensleistung beurteilen, betrachten wir das Umsatzwachstum der Kunden, die Kundenbindung, das Umsatzwachstum insgesamt und die Frage, ob die Zahl der Werbetreibenden gestiegen ist.“ (Quelle: https://support.google.com/partners/answer/3126965?hl=de)
Der aktuelle Stand wird im Google Partner-Konto unter „Partner-Status“ angezeigt.

Unternehmensspezialisierungen als weitere Kriterien

Neben der gesamten Unternehmensleistung werden auch die Leistungen in den einzelnen Spezialisierungen getrennt betrachtet. Ob eine Agentur also eine Spezialisierung in einem der Gebiete erhält, hängt auch von der Leistung in dem jeweiligen einzelnen Gebiet ab.
Anzeige von Unternehmensspezialisierungen im Partner Account

Google beurteilt dabei nach eigenen Angaben, ob die Agentur „über Produktkenntnisse im entsprechenden Fachgebiet“ verfügt:

„Dazu gehört unter anderem, wie effektiv Sie AdWords-Produkte in den Kampagnen Ihrer Kunden einsetzen, ob Sie eine stärkere Nutzung in Ihrem Produktbereich erzielen konnten und wie es mit der Kundenbindung in Ihrem Produktbereich aussieht.“ (Quelle: https://support.google.com/partners/answer/6370157)

An einer anderen Stelle heißt es auch:
„Wenn wir die Unternehmensleistung beurteilen, betrachten wir das Umsatzwachstum der Kunden, die Kundenbindung, das Umsatzwachstum insgesamt und die Frage, ob die Zahl der Werbetreibenden gestiegen ist.“ (Quelle: https://support.google.com/partners/answer/3126965)

Diese Beurteilung ist eines der Kriterien für die Vergabe der Spezialisierung, neben der Zertifizierung und den Werbeausgaben für einen AdWords-Produktbereich. Somit kann es passieren, dass eine Agentur trotz zertifizierter Mitarbeiter und genug Ausgaben in einem Bereich dennoch keine Spezialisierung in diesem Bereich erhält, weil die Unternehmensleistung nicht genügend ist.

Alte Kundenkonten beeinflussen die Leistung

Bei der Beurteilung der Unternehmensleistung, welche hier auch als Agenturleistung verstanden wird, spielt noch ein Faktor eine Rolle. Laut Google werden die Kundenkonten ab dem Zeitpunkt der Verknüpfung mit dem AdWords-Verwaltungskonto (MCC) überprüft.

An dieser Stelle müssen die Agenturen genau aufpassen, welche Kundenkonten sie in ihrem MCC verknüpft haben und wie gut diese performen. Einige (auch große) Agenturen haben früher Kunden in ihrem MCC behalten, auch wenn die Kampagnen nicht mehr aktiv betreut werden. Damit können sie dem Kunden zum Beispiel bei Bedarf bei einzelnen Fragen helfen, wenn der Kunde sich selbst um seine AdWords Kampagnen kümmert.

Performen diese Kampagnen jedoch nicht gut, haben solche Konten einen negativen Einfluss auf die Leistungsbewertung der Agentur. Damit kann am Ende die Leistung in den einzelnen AdWords-Produktbereichen unter das geforderte Minimum fallen und gar den gesamten Partner-Status der Agentur gefährden.

Insbesondere wenn die neue Anzeige der Unternehmensleistung schlechtere Werte anzeigt, als man selbst vermutet, sollte die Agentur sich fragen, ob solche Konten-Verknüpfungen noch sinnvoll sind. Eine Möglichkeit wäre, nicht mehr aktiv betreute Konten in ein neue MCC auszulagern, welches nicht mit dem Haupt-MCC verknüpft ist, welches für den Partner-Status bewertet wird.

Alternativ können die betroffenen Kampagnen auch mal wieder optimiert werden, was wiederum im Sinne der Kundenbindung wäre. Weiterhin schreibt Google, dass die Agenturen die Unternehmensleistung verbessern können, „wenn Sie sich der Marketingziele Ihrer Kunden bewusst sind und deren AdWords-Kampagnen so optimieren, dass diese Ziele erreicht werden“.

Das wichtigste dabei: Die kontinuierliche Optimierung der AdWords Kampagnen bringt Vorteile vor allem für die Kunden und zeigt diesen auch, dass ihre AdWords Agentur sich gut mit dem Bereich auskennt und für ein Wachstum sorgen kann.